Desorganisierte Wohnformen wie pathologisches Horten, Vermüllung oder Verwahrlosung treten in der kommunalen Praxis zunehmend häufiger auf. Sie stellen Verwaltungen, soziale Dienste und andere beteiligte Akteure vor große fachliche, rechtliche und menschliche Herausforderungen. Neben erheblichen gesundheitlichen und psychosozialen Risiken für die Betroffenen wirken sich diese Lebenslagen oftmals auch belastend auf Nachbarschaften, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie öffentliche Stellen aus.
Das Seminar greift diese komplexe Problematik praxisnah auf. Anhand konkreter Fallbeispiele werden unterschiedliche Erscheinungsformen des sogenannten „desorganisierten Wohnens“ differenziert betrachtet und voneinander abgegrenzt. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über mögliche Ursachen und psychologische Hintergründe, lernen die Lebenswelten der Betroffenen besser zu verstehen und setzen sich mit den vielfältigen Folgen auseinander.
Darüber hinaus werden bewährte Hilfe- und Unterstützungssysteme aus der Praxis vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem professionellen Umgang mit Menschen in vulnerablen Lebenslagen sowie auf den miet-, ordnungs- und sozialrechtlichen Handlungsmöglichkeiten im kommunalen Kontext.
Dozierende/r
Sigrid Beermann-Stöveken